Darum geht es

Deutschland ist Vorreiter: Wir organisieren unseren Energiesektor neu, stellen auf eine nachhaltige Energieerzeugung um und wollen zukünftig ohne Kernenergie auskommen. Gleichzeitig soll die Versorgung sicher und wirtschaftlich sinnvoll erfolgen.

Der Ausbau des Netzes spielt deswegen eine zentrale Rolle. Er sollte so schonend und so umweltverträglich wie möglich erfolgen. Im Interesse aller betroffenen Bevölkerungsgruppen, der Landschaft und der Natur.

Wir plädieren dafür, moderne, dem aktuellen Stand von Technik und Forschung entsprechende, schonende und zugleich sichere Technologien einzusetzen. Sie helfen am besten, die Auswirkungen des Leitungsbaus auf Mensch, Natur und Landschaft zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit der Versorgung zu gewährleisten.

Weil dafür große gemeinsame Anstrengungen notwendig sind, wollen wir uns als Bundesverband Kompaktleitung in die Diskussion einbringen und die richtigen Entscheidungen mit Argumenten vorbereiten. Dazu bieten wir einem breiten gesellschaftlichen Querschnitt aus Bürgern, Vereinen, Verbänden, Wissenschaft, Politik und Industrie ein offenes Forum, um den Einsatz moderner Technologien für den Aus- und Neubau von Freileitungen zu diskutieren.


infografik-kompaktleitung

1Natur, Pflanzen und Tiere
Die Freileitung greift geringer in sensible Ökosysteme ein. Massive Eingriffe in Pflanzenwelt und Boden werden vermieden. Die rund um Mastfuß und Mastfundament angesiedelte Tierwelt erfährt deutlich geringere Beeinträchtigungen.
2Landschaft
Die schonende Integration in die Umgebung erhält den Freizeit- und Erholungswert der Landschaft. Naturdenkmäler und historische Ensembles bleiben in ihrer ganzen Schönheit erhalten.
3Wald
Der Wald mit seinen lebenswichtigen Funktionen profitiert von der deutlich schmaleren Trasse mit minimalem Holzeinschlag. Deutlich mehr Bäume und Waldfläche werden erhalten.
4Nutzflächen und Boden
Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche wird im Vergleich zu konventionellen Bauweisen vergrößert. Die volle Bewirtschaftung kann bis an den Mastschaft erfolgen, der 95 % weniger Platz benötigt. Eine aufwändige Pflege des Mastfußraumes ist aufgrund der geschlossenen Bauweise nicht erforderlich.
5Gesundheit
Die geringere Ausbreitung der elektrischen und magnetischen Felder reduziert die Belastung für betroffene Anwohner. Auf bestehenden Trassen kann ein größerer Abstand zur Wohnbebauung ermöglicht werden. Die kompakte Bauweise erleichtert zudem die enge Bündelung von Infrastruktur, also die Trassenführung entlang Autobahnen oder Bahnstrecken

Fragen und Antworten

Rund um das Thema Kompaktleitungen entstehen immer wieder viele Fragen. Zu den häufigsten Fragen geben wir hier Antworten.

1Was ist ein Kompaktmast?
Ein Kompaktmast ist ein Freileitungsmast, der sich auszeichnet durch seine geschlossene Bauweise, seinen sehr schlanken Mastfuß, die geringe Trassenbreite und niedrige Stockwerksabstände. Durch werkseitige Vormontage lässt sich ein Kompaktmast außerdem sehr schnell am Bestimmungsort aufstellen. Kompaktmasten unterliegen wie Gittermasten auch der DIN EN 50341.
2Warum kann man überhaupt so kompakt bauen? Wie funktioniert das technisch?
Das ist ganz einfach. Durch die schlanke Bauweise des Mastes und der Querträger (Traversen) ist es möglich, die Abstände der Leiterseile zu den spannungsführenden Stahlteilen erheblich zu reduzieren.
3Sind Kompaktmasten überhaupt schon irgendwo im Einsatz?
Kompaktmasten werden in Deutschland bereits seit über 60 Jahren in den Mittel- und Hochspannungsnetzen (bis 110 kV) eingesetzt. In Ländern wie Frankreich, Italien, Dänemark, Norwegen, Polen, den Niederlanden und der Schweiz werden Kompaktmasten auch in der Höchstspannungsbene seit Jahrzehnten sicher eingesetzt. Speziell in Frankreich werden Kompaktmasten bereits seit den 1970er verwendet. Diese Bauart ist also sowohl in Deutschland als auch im europäischen Umfeld seit Jahrzehnten bewährt.
4Wie hoch kann man Kompaktmasten bauen?

Kompaktmasten können in Höhen von 100 m und darüber hinaus gebaut werden. Solch hohe Kompaktmasten kommen z.B bei Flußquerungen zum Einsatz, wie dieses Bild der Oderüberquerung in Swindemünde/Polen zeigt:

Eindrucksvoll auch dieses Video von der Überquerung einer Meeresenge mit Kompaktmasten in Vaasa/Finnland: Kompaktmaste Vaasa

5Können mehrere Spannungsebenen auf einen Kompaktmasten kombiniert werden?
Ja, das ist kein Problem. Man kann auf Kompaktmasten mehrere und auch unterschiedliche Systeme installieren.
6Entsprechen Kompaktmasten den Allgemein anerkannten Regeln der Technik?
Gemäß EnWG §49 Absatz (1) sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, Energieanlagen so zu errichten und zu betreiben, dass die technische Sicherheit gewährleistet ist. Dabei sind die Allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten. Nach Absatz (2) wird die Einhaltung der Allgemein anerkannten Regeln der Technik vermutet, wenn bei Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung und Abgabe von Elektrizität die technischen Regeln des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) eingehalten worden sind. Freileitungsmasten der Spannungsebene > 45kV (Hoch- und Höchstspannung) müssen in Deutschland gemäß DIN EN 50341 (VDE 0210) ausgelegt und errichtet werden. Diese Norm wird in Deutschland vom VDE (Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) erstellt. Es gibt keine Beschränkung auf Zeit oder Spannungsebene. Auch die 110-kV-Masten (Hochspannungsbene) müssen die Freileitungsnorm DIN EN 50341 (VDE 0210) erfüllen und sind schon seit Jahrzehnten in Deutschland im Einsatz und bewährt. Auf Basis der DIN EN 50341 (VDE 0210) dimensionierte Maste entsprechen somit den Anerkannten Regeln der Technik. Kompaktmasten werden ebenfalls wie Stahlgittermasten nach dieser Norm bemessen und errichtet.
7Sind Kompaktmasten "Stand der Technik"?
Ja. Kompaktmasten entsprechen dem Stand der Technik. Der Begriff "Stand der Technik" ist jedoch nirgends rechtlich geregelt. Jedoch müssen Energieanlagen gemäß EnWG §49 Absatz (1) errichtet und betrieben werden. Siehe hierzu s.o. > Entsprechen Kompaktmasten den Allgemein anerkannten Regeln der Technik?
8Was ist der Unterschied zwischen Hochspannung und Höchstspannung?
Freileitungen unterscheiden sich nach den unterschiedlichen Spannungsbereichen der Netze. Das Hochspannungsnetz (Nennspannung > 45 kV bis < 150 kV) wird sowohl als Übertragungs- als auch als Verteilnetz genutzt. Das Höchstspannungsnetz (Nennspannung > 150 kV) wird ausschließlich als Übertragungsnetz verwendet. Der Unterschied bei den Masten liegt hauptsächlich in deren Höhe und Breite. Hochspannungsmasten sind in der Regel zwischen 20 und 50 Meter hoch, Höchstspannungsmasten zwischen 40 und 80 Meter. Die aufzunehmenden Lasten sind von vielen Parametern, z. B. Anzahl der Leiterseile oder Seilquerschnitt abhängig. Man kann deshalb pauschal nicht sagen, dass Höchstspannungsmasten mehr Lasten tragen müssen als Masten der Hochspannungsbene.
9Können Kompaktmasten die gleichen Lasten tragen wie Stahlgittermasten?
Ja. Kompaktmasten können die gleiche Last tragen wie Stahlgittermasten - es ist nur eine Frage der statischen Berechnung. Kompakmatsen müssen wie Stahlgittermasten nach der Freileitungsnorm DIN EN 50341 (VDE 0210) bemessen werden. Müssen mehr Lasten getragen werden, dann müssen z. B. beim Stahlgittermasten die Stahlprofile vergrößert werden. Wenn der Kompaktmast mehr Lasten tragen soll, dann muss z. B. die Wandstärke des Rohres vergrößert werden.
10Kann man Kompaktmasten auch für HGÜ-Leitungen einsetzen?
Kompaktmasten können sowohl für HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) als auch für Wechselstromleitungen eingesetzt werden.
11Sind beim Einsatz von Kompaktmasten mehr Maststandorte notwendig?
Nein. Kompaktmasten werden wie Stahlgittermasten nach den Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) bemessen. Kompaktmasten können für die Forderungen nach Windspannweiten von > 450m und größer problemlos bemessen und gebaut werden. Für die ÜNB wie TenneT in Deutschland oder den Niederlanden als auch für Amprion sind bereits Kompaktmasten mit Windspannweiten > 450m konstruiert worden.
12Sind für die Besteigung der Kompaktmasten Hubarbeitsbühnen notwendig?
Nein. Kompaktmasten werden mit den gleichen Steiggängen wie Stahlgittermasten ausgestattet. Hierbei legt der Energieversorger in seiner technischen Spezifikation selbst den Steiggang fest. Alle am Markt befindlichen Steigsysteme können problemlos an Kompaktmasten befestigt werden. Da es bei der Besteigung eines Stahlgitter- oder Kompaktmasten keinen Unterschied gibt, ist der Einsatz einer Hubarbeitsbühne somit also auch bei Kompaktmasten nicht notwendig. Wird seitens des Energieversorgers gefordert, um den Mastumfang steigen zu können, kann man hierfür temporäre Steigpodeste am Mast anbringen.
13Sind für die Wartung und Inspektion der Kompaktmasten Hubarbeitsbühnen notwendig?
Nein. Die Masten und Traversen können von der Steigleiter aus für Wartungsarbeiten sicher bestiegen werden. Der Einsatz einer Hubarbeitsbühne ist hierfür nicht notwendig. Die Energieversorger und Leitungsbaufirmen im europäischen Ausland zeigen uns bereits, wie das sicher funktioniert.
14Sind für Wartung und Inspektion dauerhaft befestigte Flächen für den Einsatz einer Hubarbeitsbühne einzurichten?
Nein. Auch für die Wartung und Inspektion von Kompaktmasten ist der Einsatz einer Hubarbeitsbühne nicht notwendig, daher werden dauerhaft befestigte Flächen rund um den Maststandort nicht benötigt.

Beispiele Kompaktleitungen

Das wollen wir

Unser Ziel ist es, in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft die Akzeptanz für den Bau neuer Freileitungen nachhaltig zu verbessern. Dafür agieren wir als Schnittstelle zwischen betroffenen Bevölkerungsgruppen, Industrie, Planern, Architekten, Energieversorgern sowie politischen Entscheidungsträgern. Wir informieren über die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile eines modernen und raumschonenden Freileitungsnetzes. Um das zu erreichen, haben wir uns folgendes vorgenommen:

  • Herausstellen, wie Natur und Landschaftsschutz von raumoptimierten Bauweisen profitieren und welche volkswirtschaftliche Bedeutung rasch realisierbare, gesellschaftlich akzeptierte Leitungstrassen haben.
  • Darstellen, wie gesamtgesellschaftlicher und persönlicher Nutzen für alle Bürgerinnen und Bürger durch einen zügigen und schonenden Netzausbau realisiert werden kann.
  • Fördern der öffentlichen Wahrnehmung von modernen Technologien für raumoptimierte und kompakte Leitungsbauweisen als schonende, umwelt- und akzeptanzfördernde Alternative zu konventionellen Leitungsbauweisen.
  • Ermöglichen eines partnerschaftlichen, neutralen und herstellerunabhängigen Dialogs über den Einsatz raumoptimierter Bauweisen zwischen Marktpartnern, Politik, Behörden, Institutionen und Verbänden.
  • Bündeln der vorhandenen Aktivitäten und bestehenden Netzwerke aus Industrie, Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit.
  • Fördern von Standards und Normen im Sinne einer neutralen technischen Weiterentwicklung.
  • Absichern des praktischen und wissenschaftlichen Stands der Entwicklungen durch das Beauftragen und Erstellen von unabhängigen wissenschaftlichen Studien sowie die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen.
  • Darstellen einer übergreifenden und unabhängigen Plattform als Informationsquelle für Öffentlichkeit und politische Entscheider.
  • Begleiten der politischen Regulierung des Einsatzes neuer Bauweisen.
  • Realisieren einer Diskussionsplattform für Hersteller, Anwender, Entwickler, Zulieferer und Bedarfsträger zur gemeinsamen Erörterung von Chancen und Risiken neuer technischer Konzepte.

Vorstand

1. Vorsitzender
Klaus Denzinger

Klaus Denzinger, Jahrgang 1947, war von 1973 bis 2002 nacheinander Bürgermeister der Gemeinde Lenzkirch und der Stadt Wehr im Süden Baden-Württembergs. Der Diplom-Verwaltungswirt verfügt damit über langjährige praktische Erfahrungen in der Kommunalpolitik. Diese bringt er seit mehreren Jahren auch im Rahmen eines Lehrauftrages an der „Hochschule für öffentliche Verwaltung“ in Kehl ein.

Seit Mai 2015 ist er 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Kompaktleitung e.V. Auch in dieser Funktion steht er täglich im Kontakt mit Bürgermeistern, Landräten sowie Stadt- und Gemeinderäten aus ganz Deutschland. Stets geht es darum, wie neue Freileitungen so schonend als möglich realisiert werden können.

Unsere Mitglieder

Transparenz hat für den Bundesverband Kompaktleitung einen hohen Stellenwert. Unsere Gesprächspartner sollen wissen, wer den Verband trägt. Deswegen haben die meisten unserer institutionellen und Unternehmens-Mitglieder einer Veröffentlichung ihrer Mitgliedschaft zugestimmt. Daneben sind zahlreiche Privatpersonen Mitglied des Verbandes.

Gerne verschaffen Sie sich selbst einen Überblick.

Mitglied werden

Im Bundesverband Kompaktleitung können Einzelpersonen, Unternehmen, Verbände sowie Behörden und Institutionen Mitglied werden. Dabei werden je nach Mitgliedsart unterschiedliche Beträge fällig

Die aktuellen Beitragssätze entnehmen Sie bitte unserem Mitgliedsantrag.

Termine

Veranstaltungen und Termine des Bundesverbands:

Presse

Veröffentlichungen zum Thema Kompaktleitungen allgemein sowie über den Bundesverband Kompaktleitung e.V. in den Medien.